gallery

Camonica Tal

Im Norden des Iseosees gelegen, zieht es sich entlang des Oglio-Flusses hin und bildet die nördliche Grenze der Provinz Brescia.

Vielleicht ist es einzig in seiner Art, denn das Camonica-Tal bietet dem Touristen zwei Gesichter: im Winter die herrlichen vom Schnee bedeckten Berge und im Sommer grüne Wälder und sonnige Täler. In beiden Fällen stehen dem Touristen optimale Serviceleistungen in Form touristischer Einrichtungen zur Verfügung; gleichzeitig kann er an jeder Ecke das beeindruckende Schauspiel der immer wieder unterschiedlichen Landschaft genießen. Ein Gebiet, in welchem durch die isolierte Lage die wilde Natur intakt geblieben ist und wo die Einwohner es verstanden haben, ein Gleichgewicht zwischen ihren Ansiedlungen und der Natur, die sie umgibt und im gleichen Moment beschützt, zu finden.

Ein Volk, welches verstanden hat, die Naturelemente unter Kontrolle zu halten, aber mit vollstem Respekt und dem Bewusstsein, daß eine heute herausgerissene Blume und ein morgen weggeworfenes Stück Papier nicht nur die Natur sondern auch ihre Lebensqualität und die des Touristen zerstört. Die Skipisten des Tonale-Presena, des Aprica, von Borno und Montecampione bieten für jeden Schwierigkeitsgrad etwas, in Ponte di legno, eines der ältesten Skigebiete Italiens, gibt man sich dem relaxen hin; im Winter werden dem Touristen viele Möglichkeiten zur Unterhaltung geboten: Sled Dog für Liebhaber des Abenteuers, oder ein Ausflug auf dem Motorschlitten, für diejenigen, die die Geschwindigkeit lieben. Im Camonica-Tal werden auch die Liebhaber des traditionellen Wintersports nicht enttäuscht: zahlreiche Langlaufloipen und Spazierwege durch die jahrtausendealten unberührten Wälder bieten garantierte Erholung.

Von den beiden Thermalkurorten Darfo Boario und Angolo ausgehend, hat man besonders im Frühling die Gelegenheit, die beiden Schätze der Gegend, den ‚Nationalpark des Stelvio’ und den ‚Regionalpark des Adamello’ in seiner vollen Pracht zu genießen. Hier herrscht hoch in den Lüften der Königsadler über alle anderen Tiere, das Reh, der Hirsch und der Steinbock in den höher gelegeneren Gegenden, der Fuchs, der Dachs und das Murmeltier und die unzähligen Tiere, die der Tourist im Unterholz beobachten kann.

Auch im Sommer kann der Tourist sich von der wilden Schönheit der Landschaft überzeugen. Alle Parks im Camonica-Tal sind mit großer Rücksicht auf die Natur für Besichtigungen hergerichtet. Die Wege, die im Winter den Langläufern gehören, werden jetzt zu mehr oder weniger langen Spazierwegen inmitten wunderschöner Farben und der Ruhe der Natur. Vom Talkessel ‚Conca di Montozzo’ mit Resten von Anlagen aus dem Zweiten Weltkrieg bis zur Hochebene von Ercavallo-Case di Viso stehen mehr als 1000 km Wanderwege zur Verfügung, die eine Vielzahl von unvergesslichen Spaziergängen ermöglicht.

Auch denjenigen, denen Natur und Sport nicht genügt, bietet das Camonica-Tal Alternativen: die Geschichte und die Kunst, die es seit Jahrhunderten kennzeichnen, haben hier überall Spuren hinterlassen, die es zu entdecken gilt.

Hier bleiben die herrlichen prähistorischen Felsenmalereien in Capo di Ponte zu erwähnen, die von der UNESCO als ‚Welterbe der Menschheit’ unter seine Schirmherrschaft gestellt wurden. Nur wenige Kilometer entfernt, in Cividate Camuno (das antike Civita Camunorum) und nur einem kleinen Publikum bekannt, befindet sich eine der einzigen drei in der Welt bekannten Statuen der Göttin Minerva, alles von einem römischen Antitheater mit archäologischen Fundstätten umgeben, welches der Öffentlichkeit zur Besichtigung zur Verfügung steht.

Wunderbar in ihrer Einfachheit, ziehen die 200 Statuen in natürlicher Größe an der Via Crucis in Cerveno an einem vorbei.

Wenn man sich von Pisogne nach Breno (mit seiner Kirche S. Antonio aus dem 14. Jahrhundert) auf den Weg macht, bis nach Bienno entlang der Via Romanino trifft man immer wieder auf mittelalterliche Ortschafen und romanische Pfarreien. Die Pfarrei von Esine mit ihren herrlichen Freskomalereien von G. Pietro da Cemmo ist immer wieder ein Genuß für das Auge. Interessant sind auch Besichtigungen von früheren Industriebetrieben wie die Anlagen mit Gesenk-hämmern für die Eisenbearbeitung, die Mühlen und die Schmiede in Bienno.

Wenn der intellektuelle Durst gestillt ist, sollte man auch an diejenigen denken, die sich bei Tisch mit gutem Essen verwöhnen lassen möchten. Auch hier wird der Gast vom Camonica-Tal nicht enttäuscht. Überall gibt es die sogenannten ‚casoncelli’, kleine Almhütten, wo noch auf die alte Art und Weise Lebensmittel wie Butter, Käse und Wurst von ausgezeichneter Qualität hergestellt werden.